Steyerberg Insights: Auftakt des Weinjahres

Steyerberg Insights: Auftakt des Weinjahres

Das erste Quartal des Jahres 2026 ist bereits vorbei. Ostern steht vor der Tür und der Frühling steht in seinen Startlöchern. 
Wir haben in den ersten drei Monaten des Jahres einiges geschafft, um den Reben einen guten Start in den 2026er Jahrgang zu geben. 

Bis nach Weihnachten 2025 haben wir und unsere Reben Winterruhe gehalten. Das ist wichtig, damit die Nährstoffe der Blätter vollständig in das Holz zurückgelagert werden. Und auch wenn die Blätter bereits gefallen sind: die vollständige Verholzung passiert während und nach dem Blattfall.

Im Januar haben wir mit dem Rebschnitt begonnen. Der Rebschnitt ist die Grundlage für die Ertragsmenge und die Qualität des folgenden Jahrgangs. Auch unser Senior Wilfried schneidet die Reben mit, ein großer Vorteil für uns, da seine über 40 Jahre Erfahrung einen bedeutsamen Einfluss auf die jährliche Verbesserung der Qualität im Weinberg hat. Beim Rebschnitt werden die Triebe, die im letzten Jahr die Trauben trugen, zurückgeschnitten. Durch die Intensität des Rückschnittes wird die Menge und die Traubenanzahl pro Stock für das nächste Jahr reguliert.

Auch im Feburar sind wir noch mit dem Rebschnitt beschäftigt. Etwa 600 Arbeitsstunden investieren wir im Winter, um den Grundstein für den kommenden Jahrgang zu legen, bei Wind und Wetter.

Wenn alle 16 ha geschnitten sind, geht es ans Anbinden. Dabei fixieren wir die Triebe an dem Draht unserer Anlage, um ein Abknicken bzw. Abbrechen zu verhindern. Dadurch gewährleisten wir einen sicheren Wachstum der Triebe, damit diese im Herbst auch Trauben tragen können.

Neben dem Anbinden in Februar und März kümmern wir uns auch um Reparaturen im Weinberg. In unserem Erziehungssystem, der Umkehrerziehung, wächst jede Rebe an einem eigenen Stickel (Holzpfahl) um eine Stabilisierung zu gewährleisten, da wir nicht mit dem -vielleicht allgemein bekannterem- Drahtrahmen arbeiten. Etwa 700 Stickel ersetzen wir pro Jahr, damit unsere Reben immer eine stabile Unterstützung zum Wachsen haben. Warum gehen so "viele" Stickel kaputt? Diese Reparaturen sind notwendig, da wir Stickel aus unbehandeltem Holz benutzen. Diese sind dem Wetter ausgesetzt und verwittern natürlich über die Zeit. Auch der für Winzer sehr bekannte Eisenwurm trägt zu beschädigten Stickeln bei (Eisenwurm= Winzer, der auf dem Schlepper Stickel kaputt fährt).  Bei etwa 5000 Stickeln pro Hektar müssen wir so weniger als 1 % der Stickel pro Jahr ersetzen. Seit einigen Jahren nutzen wir sehr hochwertige, unbehandelte Akazienstickel, die langlebiger sind als die zuvor auf dem Markt erhältlichen Varianten, die wir in den vorherigen Jahren eingesetzt haben.

Wie gehts jetzt weiter? Erstmal warten wir auf den Austrieb, der bei uns meist gegen Ende April erfolgt. Bis dahin, kümmern wir uns um eine der wichtigsten Grundlagen für unsere Reben und den Wein: den Boden

Dazu beim nächsten Mal mehr.

Zurück zum Blog

1 Kommentar

Das ist ja super spannend, was ihr da so macht. Für mich als kompletter Laie eine neue Welt. Ich find’s echt schön, wie ihr eure Arbeit erkärt und bebildert!

Elisabeth Ellenrieder

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.